Wirtschaft
Brasilien ist die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die Banken des Landes sind vergleichsweise solide aufgestellt. Von einer globalen Finanzkrise ist Brasiliens Wirtschaft somit weniger betroffen als andere Länder. Doch Brasiliens Wirtschaft hat ein gravierendes Problem: die Schattenwirtschaft. Zu deren Bekämpfung wurden neue Gesetze geschaffen, die insbesondere für Kleinstbetriebe Erleichterungen hinsichtlich der Steuern gebracht haben.
Von der UNO werden die Einkommen in Brasilien ins obere Mittelfeld eingestuft, obwohl es hier ein sehr hohes Einkommensgefälle gibt. Der armen Bevölkerung ist der Zugang zu hoch bezahlten Job aufgrund ihrer mangelnden Bildung kaum möglich.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Wirtschaft von Brasilien stark vom Export von Agrarprodukten abhängig. Für die Portugiesen war Brasilien ihre „Kornkammer". In eine erste ernsthafte wirtschaftliche Krise rutschte das Land während des 1. Weltkrieges, weil die Exportgüter Kaffee und Zucker einem enormen Preisverfall ausgesetzt waren. Es waren die Immigranten, die Ende des 19. Jahrhunderts nach Brasilien kamen, die dem Land Kapital brachten, das bis in die 1930er Jahre zu einem stetigen Wirtschaftswachstum beitrug.
Die brasilianische Wirtschaft heute
Von den Auswirkungen der Militärdiktatur (1964-1985) hat sich Brasilien, bis auf die Schulden, die in dieser Zeit gemacht wurden, weitgehend erholt. Alte Strukturen wurden aufgebrochen, Firmen privatisiert. Heute ist Brasiliens Wirtschaft die stärkste Südamerikas. Die Schwerpunkte liegen im Landwirtschafts-, Bergbau-, Produktions-, und Dienstleistungssektor. Daneben spielen auch der Immobilien-Markt und der Tourismus eine tragende wirtschaftliche Rolle. Nach wie vor die wichtigsten Exportgüter sind Kaffee, tropische Früchte, Kakao, Sojabohnen und natürlich Zucker, aber auch Eisenerz.
Der wichtigste Handelspartner Brasiliens ist die EU, gefolgt von den USA. Der wichtigste Wirtschafszweig ist die Zuckerindustrie. Jährlich werden mehr als 500 Millionen Tonnen Zuckerrohr produziert, woraus auch Bioethanol hergestellt wird. Die Stützpfeiler der brasilianischen Wirtschaft sind damit die Zuckerrohrplantagen, auf denen es immer noch „Herren und Sklaven" gibt, die Zuckerbarone und die Arbeiter auf den Zuckerrohrplantagen, deren Arbeitsbedingungen sehr schlecht sind.
Auch große ausländische Konzerne sind ein wichtiger Teil der Wirtschaft Brasiliens, wie der VW Konzern, Nestle und Fiat.
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